Klara-Magdalena Martinek ist keine klassische Prominente. Dennoch fasziniert sie ein Publikum, das mehr will als Klatsch und Tratsch. Geboren 1989 als eine der Zwillingstöchter von Serien-Star Sven Martinek und Schauspielerin Christine Hoppe, wuchs sie zwischen Filmsets und Fernsehkulissen auf – und entschied sich bewusst für ein Leben außerhalb der Rampenlicht-Mitte.
Frühe Jahre im Scheinwerferlicht
Als Kind der 80er-Jahre lag es nahe, dass
Klara-Magdalena Martinek früh mit Medien in Berührung kam. Ihr Vater war gerade dabei, sich mit „Der Clown“ und „Tierärztin Dr. Mertens“ ein Denkmal in der deutschen Fernsehlandschaft zu setzen. Die Trennung der Eltern folgte nur wenige Jahre nach der Geburt der Zwillinge. Die Mutter zog die Töchter nach Wien zurück – in die Stadt, die auch heute noch
Klara-Magdalena Martineks spirituelle Heimat bleibt
.Die Kindheit war geprägt von wechselnden Schulen, internationalen Sommercamps und bewussten Auszeiten vom Klatsch der Bunten-Welt. „Ich wollte verstehen, was hinter den Kulissen passiert, nicht nur davor“, sagte sie in einem späteren Interview. Diese Neugier trieb sie an, statt vor die Kamera hinter sie zu blicken.
Eigenständige Karrierewege
Obwohl Casting-Agenten bereits mit 14 Jahren anklopften, lehnte Klara-Magdalena Martinek ein Kinder-Modeling-Engagement ab. Stattdessen studierte sie Kulturwissenschaften in Wien und spezialisierte sich auf visuelle Anthropologie. Ihre Masterarbeit über „Identität und Erinnerung in post-migrantischen Familien“ wurde 2014 mit dem Austrian Visual Studies Award ausgezeichnet – ein Erfolg, den sie komplett unter dem Radar der Boulevardpresise feierte.
Klara-Magdalena Martinek arbeitete anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Wien Museum, kuratierte Ausstellungen über urbane Alltagskulturen und gab Workshops an Schulen, in denen Jugendliche lernen, ihre eigene Lebensgeschichte mit einfachen Mitteln filmisch zu dokumentieren. „Geschichten sind keine Luxusgüter“, betont sie. „Jeder hat welche – man muss sie nur sichtbar machen.“
Zwischen Kunst und Aktivismus
2017 trat Klara-Magdalena Martinek erstmals mit einer eigenen Installation an die Öffentlichkeit: „Twin Narratives“ thematisierte das Zwillingsdasein als Spiegel gesellschaftlicher Projektionen. In einem verlassen Wiener Kino projizierte sie parallel laufende Schwarz-Weiß-Filme, in denen sie und ihre Schwester Marie-Christin dieselben Sätze mit minimaler Mikro-Mimik unterschiedlich interpretierten. Die Besucher konnten nur durch Wechsel der Sitzplätze die Perspektive ändern – ein bewusstes Statement zur Flüchtigkeit von Wahrnehmung .
Die Ausstellung wurde von der Wiener Kulturstiftung gefördert und tourte danach durch Graz, Salzburg und München. Kritiker lobten die „radikale Ruhe“ ihrer Arbeit: keine Overhead-Erklärungen, keine aufgesetzte Dramatik – nur Beobachtung, Licht und leise Dissonanz.
Zurückhaltung statt Rampenlicht
Trotz gelegentlicher TV-Features – etwa in der ORF-Dokumentation „Familienbande – Promikinder erzählen“ – meidet Klara-Magdalena Martinek das klassische Casting-Schema. Keine Social-Media-Influcencer-Präsenz, keine roten Teppiche, keine Paid-Partnerships. Ihre letzte öffentliche Auftrittsreihe fand 2022 im Rahmen des Ethnographic Film Festivals statt, wo sie als Jurorin für die Kategorie „New Voices“ fungierte .
Privat lebt sie heute in einem ehemaligen Umspannwerk im 17. Wiener Gemeindebezirk. Das große Atelier teilt sie sich mit einer Kollektiv-Buchbinderei und einem Nachhaltigkeits-Start-up, das alte Filmplakate in Design-Objekte upcycelt. „Ich brauche keine Trennung zwischen Arbeit und Leben“, sagt sie. „Beides fließt zusammen – wie bei einem guten Dokumentarfilm.
Fazit
Klara-Magdalena Martinek beweist, dass man nicht im Fernsehen auftreten muss, um eine bleibende Spur zu hinterlassen. Ihre Arbeiten erzählen von Identität, Zugehörigkeit und dem kleinen Moment, der oft größer ist als jede Blockbuster-Story. Sie nutzt ihre Herkunft nicht als Sprungbrett, sondern als Anlass, eigene Wege zu gehen – still, präzise und mit dem festen Glauben, dass echte Kunst dort beginnt, wo Selbstinszenierung endet.
Die häufigsten Fragen über Klara-Magdalena Martinek
Ist Klara-Magdalena Martinek ebenfalls Schauspielerin?
Nein. Sie stand nie professionell vor der Kamera, sondern arbeitet als Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin und Filmemacherin jenseits des Mainstreams.
Wie ist ihr Verhältnis zu ihrem Vater Sven Martinek?
Beide beschreiben es als „herzlich, aber selten“. Sie treffen sich bei Familienanlässen und pflegen einen respektvollen Kontakt, ohne in die Öffentlichkeit zu gehen.
Gibt es einen Unterschied zwischen ihr und ihrer Zwillingsschwester?
Marie-Christin arbeitete zeitweise als Model und lebt heute in Berlin. Klara-Magdalena Martinek blieb Wien treu und konzentriert sich auf akademische sowie künstlerische Projekte.
Welche Projekte plant sie künftig?
Ein Buch über „visuelle Erbstücke“ ist in Vorbereitung. Darin sammelt sie Familienfotos von Migrant*innen und rekonstruiert deren Geschichten – analog zu ihrer erfolgreichen Ausstellungsarbeit.
Warum ist sie trotz Nähe zur Promiwelt so unbekannt?
Klara-Magdalena Martinek entschied sich bewusst gegen eine mediale Selbstvermarktung. Für sie steht die Auseinandersetzung mit Inhalten im Vordergrund, nicht die Selbstdarstellung .
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